Verschiedene Arten der Finanzierung
Einer der drei Teilbereiche der Finanzwirtschaft wird als Finanzierung bezeichnet. Schlicht gesagt bedeutet dies einen betrieblichen Prozess zur Bereitstellung und Rückzahlung finanzieller Mittel, die für Investitionen benötigt werden. Hierunter fallen die Maßnahmen von der Beschaffung bis zur Rückzahlung finanzieller Mittel. Auch die
Zahlungs-, Informations-, Kontroll- und Sicherungsbeziehungen zwischen Kreditgeber und Unternehmer werden hiervon berührt. Vor geraumer Zeit verstand man unter dem Begriff Finanzierung nur die Kapitalbeschaffung durch Ausgabe von Wertpapieren. Später wurde der Begriff durch die Schlagwörter Versorgung eines Unternehmens mit Kapital, Kapitalrückzahlung und Kapitalumschichtung erweitert. Es gibt verschiedene Finanzierungsformen, genannt sei hier nur die „Außenfinanzierte Fremdfinanzierung“, was einfach gesagt eine Finanzierung mittels Kredit bedeutet. Auch kennt man den Begriff „Außenfinanzierte Eigenfinanzierung“, was mit einer Beteiligungsfinanzierung gleichzusetzen ist. Als letztes sei noch die „Innenfinanzierte Eigenfinanzierung“ anzuführen, was dem Begriff Selbstfinanzierung gleichzustellen ist. In der Finanzwirtschaft wird der Begriff Innenfinanzierung definiert mit Finanzierung durch Einbehaltung vergangener Gewinne. Allerdings müssen hierfür im Unternehmen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Liquide Mittel aus dem innerbetrieblichen Umsatz- und Leistungsprozess fließen dem Unternehmen zu und diesem Zufluss steht keine zahlungswirksame Auszahlung gegenüber. Für das Innenfinanzierungspotenzial gibt es ein Maß: die Cash-Flow-Kennzahl, oder auch Einzahlungsüberschuss genannt. Sodann unterscheidet man bei der Selbstfinanzierung zwei mögliche Unterpunkte: Die offene Selbstfinanzierung, das heißt Bildung von Gewinnrücklagen sowie die verdeckte Selbstfinanzierung, das heißt Finanzierung durch Auflösung stiller Rücklagen. In den Unternehmen gilt in bestimmten Situationen die Selbstfinanzierung als von Vorteil, da hierdurch Steuern gespart werden können, sich die Krisenfestigkeit einer Firma erhöht. Als Nachteil dieser Finanzierungsart sei jedoch angeführt, dass so das Kapital nicht optimal verwendet werden kann, d.h. mögliche Kosten durch fehlende Gewinne bei Finanzanlagen anfallen.